Die Krise der DKP
Das nächste Kapitel wurde aufgeschlagen

Wir dokumentieren den Bericht von Wera Richter

04/2017

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Vorbemerkung. In der Nr. 12-2016 berichteten wir über den damals aktuellen Stand des seit Jahren anhaltenden Kampfes zweier Linien in der DKP. Am 19./20.11.2016  hatte nämlich der Parteivorstand getagt und beschlossen, vor Ort in die widerspenstigen Bezirke Rheinland-Pfalz und Südbayern zu gehen, um dort den Mitglieder zu erklären, warum der PV nicht mehr mit den Vorständen dieser Bezirke zusammenarbeiten kann. Auf seiner 8. Vorstandstagung am 25/26. März 2017 bilanzierte der PV dieses Unterfangen und kündigte für den kommenden 22. Parteitag entsprechende Konsequenzen an. Denn schließlich hat der Erosionsprozess der DKP ein Stadium erreicht, das der Parteivorsitzende Patrik Köbele anhand der Erfahrungen beim Sammeln von Wahlunterstützungsunterschriften für die diesjährigen Bundestagswahlen folgendermaßen beschreibt:

"Um es ganz deutlich zu sagen: Wenn Genossinnen und Genossen nicht nur selbst nicht unterschreiben, sondern andere auch noch auffordern, dies nicht zu tun, dann ist das nicht nur ein Bruch eines Beschlusses, das ist ein Bruch der Solidarität.

Wenn die Bezirksorganisation Südbayern auf ihrer Homepage veröffentlicht, dass die Situation, die Kämpfe, die Stärkung der Kräfte des Fortschritts nur mit der Wahl der Partei Die Linke ginge und dann argumentiert, dass dies kein Wahlaufruf, sondern die Feststellung einer Tatsache sei, dann ist das weder von der Position noch von der Art und Weise akzeptabel." (S.7 der PV Informationen)

Zur weiteren Illustration dokumentieren wir den Bericht der stellvertretenden Vorsitzenden der DKP, Vera Richter, über die im November 2016 beschlossenen Beratungen.


8. Tagung des Parteivorstands der DKP
2S./26. März 2017, Essen

(Unkorrigiertes Manuskript. Es gilt das gesprochene Wort.)

Beratung mit Mitgliedern der Bezirkssekretariate und -leitungen zur Parteiauseinandersetzung

Einleitung von Wera Richter, stellvertretende Vorsitzende der DKP

Liebe Genossinnen und Genossen,

die heutige Beratung findet in einer Reihe von Gesprächen im Rahmen der Parteiauseinandersetzung auf Grundlage eines Beschlusses der 6. PV-Tagung statt.

Beschlossen waren:

  • Versammlungen mit den Mitglieder der Bezirke Südbayern und Rheinland-Pfalz
  • Eine Beratung mit den Erstunterzeichnerinnen des Offenen Briefes des Netzwerks Kommunisti­sche Politik
  • Die heutige Beratung mit Mitgliedern der Be­zirkssekretariate bzw. Leitungen

Es geht uns heute darum,

  • die Meinungen aus den Bezirken zur Parteiaus­einandersetzung und den Beschlüssen des PV dazu zu hören und zu diskutieren, aber auch über mögliche Auswege aus der Situation mit euch zu beraten,
  • über die Aufgaben der Bezirksleitungen in die­sem Prozess zu reden,
  • über den Verlauf der bisherigen Beratungen zu informieren und sie gemeinsam auszuwerten.

Alle Treffen dienen dazu, die unterschiedlichen Auffassungen einzubeziehen und keine unbe­dachten Schritte zu gehen. Wir sind uns unserer Verantwortung als Parteivorstand in dieser äu­ßerst schwierigen Situation bewusst. Wir sehen angesichts der Lage draußen nicht nur die Not­wendigkeit des Erhalts der kommunistischen Par­tei, sondern auch die ihrer Stärkung.

In dieser Situation führen wir eine Auseinander­setzung, die die Partei schwächt. Die Partei ist auch ohne diesen Streit in ihrer Existenz gefähr­det. Es ist nicht gelungen, den Mitgliederverlust aufzuhalten. Ihr wisst selbst, welche Genossinnen und Genossen wir in den letzten Tagen und Wo­chen durch Tod verloren haben. Es ist noch nicht gelungen, die Grundorganisationen zu stabilisie­ren. Gleichwohl wir hier unter anderem durch den Bundestagswahlkampf Fortschritte sehen. Wir haben finanzielle Probleme und Probleme in der Abo-Entwicklung der UZ.

All das ist nicht spezifisch für die Führung seit dem 20. Parteitag. Und schuld daran ist auch nicht das Netzwerk innerhalb unserer Partei. Aber das Auseinanderdriften der Partei erschwert eine positive Entwicklung, wenn es sie nicht sogar ver­hindert. Es muss gestoppt werden.

Wir stehen als Parteiführung vor dem Dilemma, dass sowohl das Handeln als auch das Nichthan-deln die Partei schädigen können. Die einen dro­hen mit einer Austrittswelle, wenn es zu administ­rativen Maßnahmen kommt, die anderen wenn wir untätig bleiben und das Netzwerk akzeptieren. In dieser Situation stehen wir in der Verantwortung zu prüfen, wie es gelingen kann, das Auseinan­derdriften der Partei zu stoppen, ohne ihre Prinzi­pien über Bord zu werfen.

Wir wollen den Charakter der Partei als kommu­nistische Partei, deren Stärke in der offenen und streitbaren Diskussion einerseits und im gemein­samen Handeln und Auftreten andererseits liegt, nicht aufgeben. Wir wollen das stetige Aushöhlen und die schrittweise Veränderung des Charakters der Partei hin zu einer Strömungspartei nicht zu­lassen. Die Akzeptanz des Netzwerkes als dauer­hafte Parallelstruktur innerhalb der Partei wäre aber genau das.

Die Mehrheit des Parteivorstandes steht hinter den bisherigen Beschlüssen und hat sich für das Handeln entschieden, sollte es nicht zu einem Einlenken von Seiten des Netzwerks kommen. Die Beratungen finden nicht bedingungslos und nicht in einem luftleeren Raum statt. Es gibt eine lange Vorgeschichte und nicht zuletzt die Be­schlusslage eines Parteitags als höchstes Gremi­um der Partei.

Der 21. Parteitag hat die Genossen aufgefordert, die Bildung eigener Strukturen innerhalb der Par­tei zu unterlassen und sich nicht an dem Netz­werk zu beteiligen und stattdessen in den Gliede­rungen zu diskutieren und zu arbeiten.

Er hat den Parteivorstand aufgefordert, bis Ende letzten Jahres diesen schädlichen Zustand zu be­enden, sollte weiterhin bewusst eine Strömung organisiert werden.

Die Genossen, die das Netzwerk organisieren, haben deutlich gemacht, dass sie dieser Be-schluss nicht interessiert, indem sie Unterschriften unter den Offenen Brief gesammelt haben.

Der Parteivorstand hat den Zustand dennoch nicht beendet, sondern zu einer weiteren Runde der Diskussion aufgerufen und sich selbst und die Bezirksvorstände in die Pflicht genommen. Es handelt sich aber nicht um eine bedingungslose Diskussion, in der wir erneut unsere Differenzen austauschen, sondern um eine Diskussion mit dem Ziel der Beendigung von Parallelstrukturen und des Netzwerkes

Wir wollen und können diese Diskussion nicht mehr unendlich führen, sondern wollen - wenn es nicht zum Einlenken kommt - den kommenden Parteitag als höchstes Gremium entscheiden las­sen. Und zwar über einen Unvereinbarkeitsbe-schluss.

Der Parteivorstand hat auf seiner 6. Tagung einen Beschluss gefasst, der sich zum einen um das Netzwerk kommunistische Politik, und zum ande­ren um zwei Bezirksorganisationen dreht.

Netzwerk

Zum Netzwerk hat der Parteivorstand festgestellt, dass es sich um eine Fraktion mit eigenen Struk­turen, eigener Disziplin und eigener inhaltlicher Plattform handelt.

Die 6. Tagung beschloss:

Parteivorstand, Bezirks- und Landesleitungen stehen in der Verantwortung, um jedes Mitglied zu ringen und trotz unterschiedlicher Meinungen wieder zum Grundsatz .gemeinsam Handeln" zu­rückzukehren, um Schaden von der Partei abzu­wenden. Sie sind aufgefordert, mit den Unterstüt­zern des „kommunistischen Netzwerks" zu disku­tieren, um sie aufzufordern:

  • die fraktionelle Tätigkeit einzustellen,
  • sich an der Umsetzung der Beschlüsse des 21. Parteitags zu beteiligen,
  • sich in die Vorbereitung des 22. Parteitags ein­zubringen.

Die Verantwortung liegt also nicht nur beim PV, sondern auch bei euch als Bezirksleitungen.

Weiter heißt es: „Sollte dieser Diskussionsprozess nicht zur Einstellung der fraktionellen Tätigkeit führen, beauftragt der Parteivorstand das Sekreta­riat, einen Beschlussvorschlag für den 22. Partei­tag vorzulegen, der die Mitgliedschaft im soge­nannten .kommunistischen Netzwerk' für unver­einbar mit der Mitgliedschaft in der DKP erklärt."

Der Parteivorstand wird die Beratungen auf seiner kommenden Sitzung auswerten und dann ggf. das Sekretariat beauftragen, einen solchen Antrag zu erarbeiten. Dieser wird dann zunächst in der Par­tei und dann von den Delegierten diskutiert und angenommen oder abgelehnt. Und auch danach geht es nicht um den Rauswurf von Genossinnen und Genossen. Es gibt keinen Automatismus, sondern allenfalls das Einleiten von Schiedsver­fahren.

Hier wird also nichts übereilt und nichts hastig durchgezogen. Diese Beratungen finden im Rah­men einer seit Jahren andauernden Auseinander­setzung innerhalb der Partei statt, die sich in den vergangenen Jahren und insbesondere nach dem 21. Parteitag zugespitzt hat.

Ich nenne Stichworte:

  • Zurückweisung der Thesen des alten Sekretaria­tes auf dem 19. Parteitag.
  • Der Wechsel in der Führung auf dem 20. Partei­tag wird von unterlegenen Genossinnen als Putsch beschrieben.
  • In Südbayern wird ein Fahrplan aufgestellt, in­dem u.a. darauf orientiert wird, eigene Jugend-und internationale Arbeit zu organisieren. Bei al­len hängen geblieben ist der Satz: Mit den ande­ren lohnt die Debatte nicht.
  • Im Folgenden werden die Beschlüsse des 20. und 21. Parteitages und des Parteivorstandes und seine Arbeit immer aufs Neue kritisiert und ne­giert. Das gemeinsame Handeln wird immer wie­der in Frage gestellt bzw. verweigert. Zuletzt und momentan ist das bei der Umsetzung des Be­schlusses zur Kandidatur der DKP zur Bundes­tagswahl der Fall.
  • Funktionäre der DKP gründeten den Verein Marxistische Linke, enteigneten die Homepage des Parteivorstandes und organisierten mehrfach Parallelveranstaltungen zu Veranstaltungen wie dem Jahresauftakt des Parteivorstandes.
  • Es folgte die Herausbildung des Kommunisti­schen Netzwerkes innerhalb der DKP. Dessen Mitglieder oder Anhänger diskutieren in nichtöf­fentlichen Versammlungen u.a. zur Strategie der Kommunisten in diesem Land. Der Parteivorstand bekommt auch auf Nachfrage keine Information über Ort und Termin der Beratungen, sondern erst im Nachhinein die Referate.

Ich will das deutlich sagen: Es geht explizit nicht um Kritik am Parteivorstand, seiner Arbeit und seinen Beschlüssen. Das brauchen wir. Es geht nicht um unterschiedliche Positionen und Meinun­gen. Sie sind auszuhalten und zu diskutieren. Das wollen wir an einem zentralen Punkt, der Frage der Strategie der Kommunisten heute, zum 22. Parteitag tun. Die Diskussion ist in vollem Gange und ihre Widersprüchlichkeit zeigt, wie notwendig das ist.

Es stimmt auch nicht, wie es im Offenen Brief formuliert ist, dass Genossinnen mit und wegen ihrer Kritik an der Politik des Parteivorstandes an den Rand gedrängt und ausgegrenzt werden. Es trifft eher zu, dass sie sich mit ihren Geheimtreffen und der Nichtteilnahme an zentralen Beratungen und Kommissionen selber an den Rand gestellt haben.

Wir verweigern keine Debatte und halten an dem Prinzip fest, dass es uns immer darum gehen muss, möglichst Einigkeit in der Partei herzustel­len. Wir halten aber auch an dem Prinzip fest, gemeinsam zu Handeln - auch dann, wenn es nicht gelungen ist, Einheit herzustellen und eine Mehrheitsentscheidung gefällt werden musste. Dieses gemeinsame Handeln findet momentan nicht mehr statt.

Die Beschlussverbindlichkeit - als hohes Gut und Prinzip der Kommunisten - wird, wie im Diskussi­onsbeitrag von Georg Polikeit, generell in Frage gestellt. Man setzt Beschlüsse nur noch um, wenn sie für richtig befunden werden.

Dieses stückweise Aushöhlen unserer Prinzipien gefährdet aus unserer Sicht die Partei und ihre Entwicklung. Wir brauchen die Parteistärkung und vor allem die Stärkung unserer Parteigruppen. Sie sind auch ein Schlüssel, um wieder neue Genos­sinnen und Genossen zu gewinnen. Das geht nicht, wenn wir dauerhaft gegeneinander arbeiten.

Nun gibt es den Streit, ob es sich bei dem Netz­werk wirklich um eine Fraktion handelt oder nicht. Die Genossen, die sich dem Netzwerk zugehörig sehen, weisen das zurück. Weder gebe es eine Mitgliedschaft, noch eine Leitung. Das Netzwerk sei ein Diskussionszusammenhang, um in solida­rischer Atmosphäre über die aktuelle Situation, Bewegungen und Gewerkschaften und die Aufga­ben der Kommunisten heute zu diskutieren und sich auszutauschen. Es gebe keine inhaltliche Plattform, sondern Grundlage seien das Partei­programm und Statut. Es gebe keine eigene Dis­ziplin, das zeige zum Beispiel das unterschiedli­che Herangehen an die Versammlungen des PV in Rheinland-Pfalz und Südbayern. Das Handeln sei vom Statut gedeckt.

Es ist richtig, dass Mitglieder das Recht haben, „einzeln oder gemeinsam mit anderen Mitgliedern politische Positionen, Kritik und Vorschläge zu entwickeln und dafür für demokratische Mehrhei­ten in der Partei zu werben". Aber ebenso heißt es im Statut, „dass Kritik an der Partei solidarisch erfolgen muss und die Umsetzung der Beschlüsse nicht gefährden darf". Das Statut legt zudem allen Mitgliedern die Pflicht auf, an der Umsetzung von Beschlüssen mitzuwirken.

In der Tat ist es für uns und die Gesamtpartei schwierig, das Netzwerk einzuschätzen, weil wir nicht hineinsehen können und auch nicht sollen. Es hat wiederholt zu nicht parteiöffentlichen Ver­sammlungen eingeladen. Der PV wurde trotz Nachfrage nicht über Zeit und Ort informiert.

Treffen mit den Erstunterzeichnern

Wir wollten das Treffen mit den Erstunterzeich­nerinnen daher auch dazu nutzen, eine bessere Einschätzung zu bekommen und unsere Haltung zu prüfen. Aber vor allem wollten wir es dazu nut­zen, die Genossinnen davon zu überzeugen, von dem Netzwerk abzulassen.

Es geht uns darum, dass sich die Genossinnen und Genossen, die konträr zur Mehrheit stehen, wieder in die Diskussion und Arbeit in den Struk­turen der Partei einbringen - und nicht separat und im Geheimen arbeiten.

Es geht uns deshalb darum, weil wir nach wie vor davon ausgehen, dass es uns noch gemeinsam um den Erhalt und die Stärkung der Kommunisti­schen Partei und das Fernziel Sozialismus geht. Damit stehen alle in der Verantwortung, diesen Zustand zu beenden.

Wir hatten bewusst die Erstunterzeichner eingela­den, weil wir denken, dass sie zum engeren und organisierenden Kreis des Netzwerks gehören und Einfluss auf Bestand oder Beendigung des Netzwerkes haben.

Wir haben bei der Beratung Fragen aufgeworfen:

  • Wie ist die Arbeitsweise und Struktur des Netz­werks? Wird nur diskutiert oder werden Verabre­dungen getroffen, die das gemeinsame Handeln bewusst aufkündigen? Ist es Verabredung oder Zufall, dass Mitglieder, die sich dem Netzwerk zu­gehörig fühlen, keine Unterschriften sammeln? Oder stimmt das gar nicht?

  • Was veranlasst euch, am Netzwerk festzuhal­ten/macht es für euch notwendig?

  • Gibt es überhaupt ein Nachdenken über die Auf­lösung oder ist klar, dass am Netzwerk festgehal­ten wird?

  • Was sind Bedingungen, die auch wir schaffen könnten, um der Beendigung den Weg zu öffnen?

Aus unserer Sicht war das Gespräch, an dem als Erstunterzeichner Uwe, Detlef, Thomas und Isa teilgenommen haben, trotz der vorgetragenen, zum Teil heftigen, Kritik an der Arbeit des PV und seiner aus ihrer Sicht zunehmend sektiererischen Linie insgesamt sachlich und hilfreich. Ob es zu Lösungen beiträgt, ist heute schwer zu sagen.

Aus meiner Sicht - ich bitte die Teilnehmer, spä­ter zu ergänzen und ggf. zu korrigieren - aus meiner Sicht gab es keine Annäherung in der Frage, ob es sich beim Netzwerk um eine Fraktion handelt oder nicht. Es gab für uns auch nicht viel mehr Einblick in die Arbeit des Netzwerkes. Es wurde allerdings versichert, es gebe nur einen Austausch, keine Verabredungen für ein gemein­sames Handeln - auch nicht zur Bundestagswahl.

Es gab keine Signale in die Richtung, dass das Netzwerk aufgelöst werden könnte. Allerdings auch keine Zufriedenheit mit dem Zustand und es gab die Aufforderung an uns: Sagt ihr uns, wie wir mit unseren konträren Meinungen in der Partei ohne Ausgrenzung arbeiten können. Und es gab unter anderem von Uwe die Äußerung, dass zu überlegen ist, die Netzwerktreffen zu öffnen.

Es gab in meiner Beobachtung sehr unterschiedli­che Haltungen zur Frage der Verbindlichkeit von Beschlüssen, zum Teil Zustimmung, dass sie notwendig sei.

Die Erstunterzeichnerinnen sind keineswegs ein­heitlich aufgetreten. Diese Differenziertheit und dadurch auch Offenheit hatte ich so nicht erwar­tet. Das gibt mir ein Stück Hoffnung und wir wären schlecht beraten, das nicht zu sehen und nicht in weitere Überlegungen einzubeziehen.

Natürlich sind auch die PV-Mitglieder unterschied­lich aufgetreten. Ich nenne einzelne, um die Fa­cetten zu zeigen und zitiere nicht wörtlich.

Lothar schlug vertrauensbildende Maßnahmen vor, die das Netzwerk vornehmen könnte, nämlich die nichtöffentlichen Treffen sofort zu beenden und die Treffen zu öffnen und künftig Beratungen des Parteivorstandes und Gremienarbeit wieder wahrzunehmen.

Jürgen sah eher den PV in der Pflicht, die unnötig aufgebaute Drohkulisse zurücknehmen und zu­rückzukehren zu den entscheidenden Debatten, um die Arbeit und Verankerung der Kommunisten in diesem Land.

Björn hielt fest, dass nur die Auflösung des Netz­werks wieder den Weg ebnen könne.

Das sind natürlich nur Schlaglichter der Debatte und das ist noch keine kollektive Auswertung. Wir haben festgehalten, die Gespräche auf beiden Seiten auszuwerten und über die aufgeworfenen Fragen zu beraten.

Gespräche in München und Mainz

Bei den Gesprächen mit den Mitgliedern in Süd­bayern und Rheinland-Pfalz ging es nicht um das Netzwerk. Wir haben nicht den Bezirken, ihren Vorständen oder gar Mitgliedern unterstellt, Be­standteil des Netzwerks zu sein oder pauschal der Fraktion zugeordnet. Aber es ist natürlich auch kein Geheimnis, dass Mitglieder der beiden Be­zirksvorstände aktiv und nicht unbedeutend im Netzwerk sind.

Es ging um die Zusammenarbeit zwischen Partei­vorstand und den beiden Bezirksvorständen, die quasi nicht mehr stattfindet. Die Beteiligung an Beratungen mit den Bezirken und an Kommissi­onssitzungen finden in der Regel nicht mehr statt. Die Kommunikation beschränkt sich im Wesentli­chen auf die Zustellung von Beschlüssen zur Ab­lehnung unserer Arbeit.

In Rheinland-Pfalz wurde sogar ein Gespräch mit uns über die Nicht-Aufnahme von SDAJ-Mitgliedern als nicht nötig abgelehnt. Wir wollten durch Gespräche den Gang der jungen Genossen durch die Instanzen und die Befassung der Schiedskommissionen damit vermeiden.

Wir sind Bestandteil einer bundesweiten Partei und können nicht auf Dauer nebeneinander oder gegeneinander arbeiten. Unsere Strukturen, be­stehend aus Grund- und Kreisorganisationen, den Bezirken und der Bundesorganisation bedingen sich und brauchen einander - in der Politikent­wicklung und auch bei Entwicklung innerparteili­cher Demokratie und dem Fassen von Beschlüs­sen.

Schließlich auch bei ihrer Umsetzung. Bezirksvor­stände haben auch die Aufgabe zu beraten, wie Beschlüsse in ihren Bezirken gemeinsam mit den Gruppen umgesetzt werden können, sollen diese dabei unterstützen. In Südbayern und Rheinland-Pfalz werden Gruppen oder Mitglieder, die sich an der Umsetzung der Beschlüsse der Parteitage und des PV beteiligen wollen, eher als Störfaktor gesehen. Davon zeugt der Redebeitrag des Be­triebsaktivs aus München.

Wir haben die Mitglieder auf den Versammlungen darüber informiert, dass uns eine Zusammenar­beit mit den Bezirksvorständen momentan nicht möglich erscheint. Dabei ging es mitnichten allein um die Beschlüsse zur Bundestagswahl, aber klar waren sie ein Auslöser.

Zur Wahlpolitik hat es in der Partei immer unter­schiedliche Haltungen gegeben. Die einen argu­mentierten organisationspolitisch - Wir schaffen das nicht -, die anderen inhaltlich - zum Beispiel mit Blick auf die Linkspartei, die zu unterstützen sei. Das sind natürlich berechtigte Diskussionen.

Jahrelang hat diese Diskussion zur Abstinenz in Wahlkämpfen geführt. Nun hat der Parteitag -nach langem Vorlauf für die Debatte - die Eigen­kandidatur beschlossen. Der Parteivorstand hat diesen Beschluss heute noch einmal geprüft und bestätigt.

Wir erwarten von Gegnern einer Eigenkandidatur nicht, dass sie jedes Wochenende in der Innen­stadt stehen und mit Euphorie Unterschriften sammeln. Aber wir erwarten schon, dass sie selbst unterschreiben und in ihrem Umfeld sam­meln. Das wird zurzeit verweigert. Zum Teil die eigene Unterschrift, häufiger das Sammeln. Das betrifft nicht nur die beiden Bezirke.

Die Bezirke Saarland und Rheinland-Pfalz haben keine Landesliste aufgestellt. Auch dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Natürlich kann ein Bezirk nach Prüfung und Diskussion zu der Entscheidung kommen, keine Landesliste aufzu­stellen, weil es illusorisch ist, die Unterschriften zusammenzubekommen. Das hätte ich den Ge­nossen in Sachsen ohne weiteres zugestanden.

Dann beschließt er womöglich Direktkandidaturen oder die Unterstützung der Unterschriftensamm­lung im Nachbarland. Das wäre eine Art der Um­setzung des Beschlusses.

In Südbayern und Rheinland-Pfalz hat es in den Vorständen solche Überlegungen m.W. nicht ge­geben. Die Eigenkandidatur wird politisch abge­lehnt und die Wahl der Linkspartei als das einzig Richtige dargestellt.

Walter hat dazu ausgeführt: das sei kein Aufruf zur Wahl einer Partei, sondern die Feststellung einer unbestreitbaren Tatsache. An anderer Stelle sagt er: Wir bleiben bei unserer Position zur BTW und werden uns an der Umsetzung des Beschlus­ses nicht beteiligen. Was ist das anderes als der Bruch mit der Beschlussverbindlichkeit?

Ich habe versucht deutlich zu machen, was bei der Umsetzung von Beschlüssen geht und was nicht. Während die Partei im ganzen Land Unter­stützungsunterschriften sammelt und um die Kan­didatur kämpft und dabei offensiv unsere Sofort­forderungen propagiert, geht das Verweigern der eigenen Unterschriften und des Sammeins im ei­genen Umfeld nicht. Auch das Auftreten nach au­ßen gegen die Kandidatur der eigenen Partei, die um ihren Antritt kämpft, und der Aufruf zur Wahl der Linkspartei - und sei er noch so verschlüsselt, gehen nicht. Das sind Handlungen, die unserem Prinzip der Beschlussverbindlichkeit eindeutig entgegenstehen.

Die Treffen in Mainz und München waren sehr un­terschiedlich.

Der BV in Rheinland-Pfalz hatte sich auf den Standpunkt festgelegt, die Versammlung sei nicht statutengerecht, der PV habe kein Recht, die Mit­glieder einzuladen.

Aufgerufen zur Teilnahme hatten aber die Grund­organisationen Mainz und Südpfalz/Landau - letz­tere sind sicher keine glühenden Verfechter der PV-Mehrheit - und einzelne Genossinnen aus Trier. Es kamen rund 20 Genossinnen. Auf einer regulären Bezirksmitgliederversammlung mögen es knapp 30 sein. Es kam auch Karin als Unter­zeichnerin des Offenen Briefes, die das Fehlen weiterer Genossinnen der Gruppe Idar-Oberstein entschuldigte, weil sie verhindert waren. Der Sprechelinnenrat blieb der Versammlung leider fern.

Die Versammlung war vorwärtsweisend. Die Dis­kussion drehte sich, auch bei Kritik am Parteivor­stand, relativ schnell darum, wie gemeinsam Poli­tik entwickelt und so auch die Sprachlosigkeit zwi­schen Bezirksvorstand und Parteivorstand auf­gebrochen werden kann und wie die Gruppen im Bezirk und seine Strukturen gestärkt werden kön­nen. Im Mittelpunkt stand die Parteistärkung durch gemeinsame Aktivität statt der ätzenden Debatte.

Vor allem wurde über eine starke Mobilisierung und Aktion in Büchel beraten. Eine Aktivität, die auch der Bezirksvorstand unterstützen will. Weite­re Punkte waren die Unterstützung der SDAJ und des Festivals der Jugend, die Unterstützung der Unterschriftensammlung in Thüringen und das Planen einer gemeinsamen Veranstaltung zum Marx-Geburtstag in Trier. Die anwesenden BV-Mitglieder werden auf der nächsten BV-Sitzung über die Versammlung berichten.

Die Versammlung hat einen Impuls gegeben. Aber natürlich war sie auch deshalb entspannt, weil die Kontrahenten nicht an einem Tisch sa­ßen, was nicht Sinn der Sache war.

Über die Versammlung in München kann man be­reits auf der Homepage der DKP Südbayern le­sen: Köbele will nicht ausschließen, die Bezirks­organisation Südbayern aufzulösen.

Gekommen waren etwa 60 Genossinnen, die et­wa zur Hälfte die Linie des Parteivorstandes und zur Hälfte die des Bezirksvorstandes vertraten.

Zur Wahlpolitik hat es in der Partei immer unter­schiedliche Haltungen gegeben. Die einen argu­mentierten organisationspolitisch - Wir schaffen das nicht -, die anderen inhaltlich - zum Beispiel mit Blick auf die Linkspartei, die zu unterstützen sei. Das sind natürlich berechtigte Diskussionen.

Jahrelang hat diese Diskussion zur Abstinenz in Wahlkämpfen geführt. Nun hat der Parteitag -nach langem Vorlauf für die Debatte - die Eigen­kandidatur beschlossen. Der Parteivorstand hat diesen Beschluss heute noch einmal geprüft und bestätigt.

Wir erwarten von Gegnern einer Eigenkandidatur nicht, dass sie jedes Wochenende in der Innen­stadt stehen und mit Euphorie Unterschriften sammeln. Aber wir erwarten schon, dass sie selbst unterschreiben und in ihrem Umfeld sam­meln. Das wird zurzeit verweigert. Zum Teil die eigene Unterschrift, häufiger das Sammeln. Das betrifft nicht nur die beiden Bezirke.

Die Bezirke Saarland und Rheinland-Pfalz haben keine Landesliste aufgestellt. Auch dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Natürlich kann ein Bezirk nach Prüfung und Diskussion zu der Entscheidung kommen, keine Landesliste aufzu­stellen, weil es illusorisch ist, die Unterschriften zusammenzubekommen. Das hätte ich den Ge­nossen in Sachsen ohne weiteres zugestanden.

Dann beschließt er womöglich Direktkandidaturen oder die Unterstützung der Unterschriftensamm­lung im Nachbarland. Das wäre eine Art der Um­setzung des Beschlusses.

In Südbayern und Rheinland-Pfalz hat es in den Vorständen solche Überlegungen m.W. nicht ge­geben. Die Eigenkandidatur wird politisch abge­lehnt und die Wahl der Linkspartei als das einzig Richtige dargestellt.

Walter hat dazu ausgeführt: das sei kein Aufruf zur Wahl einer Partei, sondern die Feststellung einer unbestreitbaren Tatsache. An anderer Stelle sagt er: Wir bleiben bei unserer Position zur BTW und werden uns an der Umsetzung des Beschlus­ses nicht beteiligen. Was ist das anderes als der Bruch mit der Beschlussverbindlichkeit?

Ich habe versucht deutlich zu machen, was bei der Umsetzung von Beschlüssen geht und was nicht. Während die Partei im ganzen Land Unter­stützungsunterschriften sammelt und um die Kan­didatur kämpft und dabei offensiv unsere Sofort­forderungen propagiert, geht das Verweigern der eigenen Unterschriften und des Sammeins im ei­genen Umfeld nicht. Auch das Auftreten nach au­ßen gegen die Kandidatur der eigenen Partei, die um ihren Antritt kämpft, und der Aufruf zur Wahl der Linkspartei - und sei er noch so verschlüsselt, gehen nicht. Das sind Handlungen, die unserem Prinzip der Beschlussverbindlichkeit eindeutig entgegenstehen.

Die Treffen in Mainz und München waren sehr un­terschiedlich.

Der BV in Rheinland-Pfalz hatte sich auf den Standpunkt festgelegt, die Versammlung sei nicht statutengerecht, der PV habe kein Recht, die Mit­glieder einzuladen

Aufgerufen zur Teilnahme hatten aber die Grund­organisationen Mainz und Südpfalz/Landau - letz­tere sind sicher keine glühenden Verfechter der PV-Mehrheit - und einzelne Genossinnen aus Trier. Es kamen rund 20 Genossinnen. Auf einer regulären Bezirksmitgliederversammlung mögen es knapp 30 sein. Es kam auch Karin als Unter­zeichnerin des Offenen Briefes, die das Fehlen weiterer Genossinnen der Gruppe Idar-Oberstein entschuldigte, weil sie verhindert waren. Der Sprechelinnenrat blieb der Versammlung leider fern.

Die Versammlung war vorwärtsweisend. Die Dis­kussion drehte sich, auch bei Kritik am Parteivor­stand, relativ schnell darum, wie gemeinsam Poli­tik entwickelt und so auch die Sprachlosigkeit zwi­schen Bezirksvorstand und Parteivorstand auf­gebrochen werden kann und wie die Gruppen im Bezirk und seine Strukturen gestärkt werden kön­nen. Im Mittelpunkt stand die Parteistärkung durch gemeinsame Aktivität statt der ätzenden Debatte.

Vor allem wurde über eine starke Mobilisierung und Aktion in Büchel beraten. Eine Aktivität, die auch der Bezirksvorstand unterstützen will. Weite­re Punkte waren die Unterstützung der SDAJ und des Festivals der Jugend, die Unterstützung der Unterschriftensammlung in Thüringen und das Planen einer gemeinsamen Veranstaltung zum Marx-Geburtstag in Trier. Die anwesenden BV-Mitglieder werden auf der nächsten BV-Sitzung über die Versammlung berichten.

Die Versammlung hat einen Impuls gegeben. Aber natürlich war sie auch deshalb entspannt, weil die Kontrahenten nicht an einem Tisch sa­ßen, was nicht Sinn der Sache war.

Über die Versammlung in München kann man be­reits auf der Homepage der DKP Südbayern le­sen: Köbele will nicht ausschließen, die Bezirks­organisation Südbayern aufzulösen.

Gekommen waren etwa 60 Genossinnen, die et­wa zur Hälfte die Linie des Parteivorstandes und zur Hälfte die des Bezirksvorstandes vertraten.

Walter Listl hielt ein 15 minütiges Einleitungs­statement mit scharfer Kritik am Parteivorstand. Er wies die Behauptung, das Netzwerk sei eine Fraktion, zurück und warf dem Parteivorstand vor, von Programm und Statut abzurücken, gegen beides zu verstoßen, und eine ultralinke und sek­tiererische Wende zu vollziehen.

Das Parteiprogramm solle entsorgt werden. Stichworte waren die Forderung nach dem Austritt aus der EU, die Durchsetzung der Charakterisie­rung der Partei als marxistisch-leninistisch und die Wedereinführung Stalins in die Bildungsarbeit. Die begonnene Strategiedebatte mit dem Beitrag von Björn und Paul zeige den Weg. Das Referat ist nachlesbar.

Patrik hat daraufhin seinen vorbereiteten Beitrag verworfen und frei auf einige Vorwürfe geantwor­tet. Er verwies im Zusammenhang mit der Unter­stellung, dass die Formulierung Marxismus-Leninismus ein stalinistisches Konstrukt sei und in der DKP zu recht nie verwendet worden sei, auf das Programm von 1978, in dem der Marxismus-Leninismus als „die Weltanschauung der Kommu­nisten" bezeichnet wurde.

Er wies den Vorwurf, dass der Parteivorstand eine sektiererische Linie entwickele, zurück und mach­te noch mal deutlich, dass eine Entscheidung zur Bundestagswahl eine bundesweite Entscheidung ist, die diesmal sogar mit einem langen Vorlauf der Diskussion, frühzeitig vom höchsten Gremium der Partei, dem Parteitag, getroffen worden ist.

Es diskutierten danach rund 20 Teilnehmer - al­lerdings kaum mit, sondern gegeneinander. Die Fronten waren absolut verfestigt. Am Ende stand wohl auf beiden Seiten Ratlosigkeit.

Im Beschluss der 6. PV-Tagung haben wir festge­halten, ab jetzt die Grundorganisationen in Rhein­land-Pfalz und Südbayern direkt in den Informati-onsfluss des PV aufzunehmen. Das scheint mir nach beiden Beratungen richtig.

Über weitere Maßnahmen wollen wir nach dieser Tagung in Auswertung der Treffen beraten. In der Debatte auf der 6. PV-Tagung ging es auch um die Auflösung der Bezirke, die die Vorsitzenden in ihrem Antrag für den Fall vorgeschlagen hatten, dass es zu keinen Annäherungen kommt. Der Parteivorstand hatte diese Maßnahme als Option nicht grundsätzlich abgelehnt, aber nicht be­schließen wollen, ohne die Gespräche geführt zu haben.

In Rheinland-Pfalz zeichnet sich aus meiner Sicht ein Weg ab, der darauf setzt, die Gräben in der gemeinsamen Aktion zu überwinden und die  Sprachlosigkeit von unten aufzubrechen. Das ist der erklärte Wille der meisten Genossinnen, die an der Beratung teilgenommen haben. Ein solcher Weg scheint für Südbayern momentan nicht mög­lich.

Daher hat Patrik auf Nachfrage zu Recht gesagt, er könne eine Auflösung des Bezirks nicht aus­schließen. Es ist auch nicht seine Entscheidung, sondern wäre eine des Parteivorstandes.

Kommunisten.de

Um die Berichterstattung komplett zu machen: Die 6. PV-Tagung hat auch einen Beschluss zum In­ternetportal kommunisten.de gefasst. Der PV hat die Redaktion aufgefordert, einen internen Debat­tenbeitrag aus Baden-Württemberg von der Seite zu nehmen und künftig auf die Veröffentlichung in­terner Debattenbeiträge zu verzichten. Unser Schreiben blieb unbeantwortet. Der Beitrag aus Baden-Württemberg steht noch auf der Seite. Nun steht auch der Bericht aus Südbayem mit der Schlagzeile „Köbele schließt die Auflösung des Bezirks nicht aus" dort.

Liebe Genossinnen und Genossen,

es war richtig und wichtig, diese Gespräche zu führen und einen weiteren Versuch zu unterneh­men, die Parteiauseinandersetzung wieder in Bahnen zu lenken, in denen sie produktiv geführt werden kann und somit administrative Maßnah­men verhindert werden können. Es ist nicht so, dass da irgendwer von uns drauf steht. Wir müs­sen jeden Versuch unternehmen, das Auseinan­derdriften zu stoppen und rückgängig zu machen und alle mitzunehmen, die das wollen.

Wr sind der Meinung, dass Hebel dafür die ge­meinsame Debatte in Vorbereitung des 22. Partei­tages und die gemeinsame Praxis sein können.

Die Debatte um die antimonopolistische Strategie hat keinen glücklichen Anfang genommen und muss organisiert und versachlicht werden. Dazu haben wir gestern einen Beschluss gefasst und eine Redaktionsgruppe gewählt.

Wr haben Fehler gemacht. Es wäre richtig gewe­sen, wenn der Partei vorstand einen ersten kollek­tiven Aufschlag in der UZ gemacht hätte, um die Debatte zu eröffnen. Allerdings wisst ihr alle, dass sie auf news.dkp bereits länger läuft. Wir brau­chen die Debatte um unser konkretes Handeln in der jetzigen Etappe und deren konkrete Bestim­mung. Wir brauchen eine Übersetzung, was anti­monopolistische Strategie heute konkret für die Partei an Handlungsorientierung bedeutet.

Die gemeinsame Praxis bedeutet die Rückkehr zur Beschlussverbindlichkeit. Das bezieht ein tie­feres Nachdenken, wie Beschlüsse kollektiver in der Partei erarbeitet und diskutieret werden, mit ein. Die Partei hat durch ihre geschwächten Struk­turen Probleme, Debatten von unten nach oben und umgekehrt in bestimmten Zeiträumen zu füh­ren. Oft fehlen die Zeit und das Organisieren der Debatte. Das trifft aber auf den Beschluss zur Bundestagswahl nicht zu.

Wenn es um die gemeinsame Debatte und das gemeinsame Handeln geht, sehen wir das Netz­werk im Widerspruch dazu. Wir sind der Meinung, dass das Aufrechterhalten des Netzwerkes in sei­ner jetzigen Form nicht akzeptiert werden kann und erwarten hier klare Signale. Das schließt auch unsere Bereitschaft ein, solche Wege zu öff­nen und unnötige Zuspitzungen zu vermeiden.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine konstrukti­ve Debatte und durchaus auch konkrete Vor­schläge, wie wir weiter verfahren sollten - mög­lichst unter der Berücksichtigung, dass wir bereits Beschlusslagen haben.( S.9-15 der PV Informationen)

Quelle: Der Text wurde entnommen aus: Informationen 8. Tagung des Parteivorstandes vom 25./26. März 2017 - die Zahlen in Klammern geben die jeweiligen Seitenzahlen im PV-Tagungsberichts an.